11. August 2026
Die Übersetzung technischer Dokumentation kostet mehr als den Wortpreis im Angebot. Hinzu kommen Layoutnacharbeit nach dem Rücklauf, die Koordination der Freigaben in den Landesgesellschaften und die Wiederholung all dessen bei jeder Aktualisierung. Diese drei Posten erscheinen auf keiner Rechnung, weil sie intern anfallen.
Steht im Angebot
Fällt je Sprache erneut an
Wächst mit den Beteiligten
Unsichtbar, aber dauerhaft
Inhalt

Aus vier Posten, von denen nur einer im Angebot steht. Der Dienstleister rechnet nach Wörtern ab. Layoutnacharbeit, Freigabekoordination und die Pflege des Translation Memory fallen bei Ihnen an.
| Posten | Wer trägt ihn | Womit er wächst |
|---|---|---|
| Übersetzung | Dienstleister | Wortzahl und Sprachzahl |
| Layoutnacharbeit | Intern oder DTP-Dienstleister | Seitenzahl mal Sprachzahl mal Korrekturrunden |
| Freigabekoordination | Intern | Zahl der Beteiligten und Formate der Rückläufe |
| Entgangene Wiederverwendung | Intern, unsichtbar | Jede Korrektur, die nicht ins Translation Memory zurückfließt |
Der vierte Posten ist der unangenehmste, weil er nie auf einer Rechnung erscheint. Wenn ein Fachprüfer eine Formulierung korrigiert und diese Korrektur nur in der Layoutdatei landet, weiß das Translation Memory nichts davon.
Beim nächsten Dokument wird dieselbe Passage erneut falsch vorgeschlagen, erneut korrigiert und erneut geprüft.
Ein Preisvergleich, der nur den ersten Posten betrachtet, vergleicht den kleineren Teil.
Maschinelle Übersetzung hat den Übersetzungsschritt von Tagen auf Minuten verkürzt. An den übrigen Schritten hat sie nichts geändert.
Bei technischen Texten, also genau der Sorte, aus der Anleitungen und Datenblätter bestehen, liefert sie einen brauchbaren Rohentwurf. Was sich verschoben hat, ist der Ausgangspunkt der menschlichen Arbeit: Statt zu übersetzen, wird geprüft und korrigiert. Das ist ein anderer Beruf und ein anderer Zeitbedarf, aber der Aufwand ist nicht null.
Nehmen Sie einen Ablauf mit acht Schritten:
Die Automatisierung fasst die ersten drei zusammen. Die übrigen fünf bleiben, und sie sind es, die aus Tagen Wochen machen.
Automatisierungsprojekte beschleunigen den Schritt, der messbar war, und lassen den Schritt unangetastet, der nie gemessen wurde.
Post-Editing ist die Nachbearbeitung maschinell übersetzter Texte durch Fachübersetzer. Die ISO-Norm 18587 beschreibt den Prozess und unterscheidet zwei Stufen.
Für technische Dokumentation kommt in der Regel nur die vollständige Variante in Frage. Bei sicherheitsrelevanten Inhalten entscheidet nicht das Modell, ob eine Formulierung tragfähig ist, sondern eine Person mit Produktkenntnis.
Zur Preisfrage eine Einordnung mit ausdrücklichem Vorbehalt. Nach unserer Beobachtung liegen Post-Editing-Sätze am Markt meist bei der Hälfte bis zwei Dritteln des Satzes für eine Humanübersetzung. Das ist eine Beobachtung aus Angeboten und Gesprächen, kein Tarif und keine belastbare Erhebung. Die tatsächliche Spanne hängt von Sprachpaar, Textsorte, Qualität des Rohentwurfs und geforderter Post-Editing-Stufe ab und schwankt erheblich.
Entscheidend ist ohnehin eine andere Rechnung. Ein niedrigerer Wortpreis senkt Posten eins. Wenn Posten zwei und drei größer sind als Posten eins, verändert er das Gesamtbild wenig.
Sie wollen die Verteilung für Ihr Haus kennen, statt sie zu schätzen? Der Prozess-Check ordnet Ihre heutigen Abläufe den vier Posten zu.
Weil sie erst nach der Lieferung entsteht und weil sie meistens nicht der Dienstleister erbringt. Übersetzter Text hat eine andere Länge, und das Layout ist auf die Ausgangslänge gebaut.
Das W3C nennt dazu eine Faustregel dafür, auf welche Länge Text beim Übersetzen anwächst:
Aus dem Deutschen heraus wirkt das in beide Richtungen: Englisch wird meist kürzer, Finnisch und Polnisch länger. Für ein festes Layout ist beides ein Problem, denn eine Bildunterschrift, die plötzlich dreißig Prozent kürzer ist, sieht genauso falsch aus wie eine, die überläuft.
Was daraus folgt, ist Kleinarbeit, die sich summiert:
Jeder einzelne Punkt ist in Minuten behoben. Multipliziert mit der Zahl der Sprachen und der Zahl der Korrekturrunden sind diese Minuten der Grund, warum eine Anleitung in vierzehn Sprachen Wochen statt Tage braucht.
Freigaben kosten vor allem dort, wo die Rückmeldung das Dateiformat wechselt. Der Aufwand liegt nicht beim Prüfen, sondern beim Einsammeln und Nachtragen.
Der Fachprüfer in der Landesgesellschaft bekommt ein PDF und schreibt Kommentare hinein, schickt eine E-Mail oder beides. Anschließend überträgt jemand diese Kommentare von Hand. Bei vierzehn Sprachen sind das vierzehn Rückläufe in möglicherweise vierzehn verschiedenen Formaten, und jede Übertragung ist eine Stelle, an der etwas übersehen werden kann.
Ein Prüfer im dargestellten Layout behebt den Fehler sofort. Ein Prüfer mit PDF erzeugt eine zweite Aufgabe für eine zweite Person.
Der praktische Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Prozess liegt deshalb nicht im Grad der Automatisierung. Er liegt darin, ob die menschlichen Schritte im Layout stattfinden oder daneben.
Kein Werkzeug senkt alle vier Posten. Die nützliche Frage lautet nicht, welches das beste ist, sondern welches den Posten senkt, der bei Ihnen der größte ist.
| Werkzeugart | Senkt vor allem | Lässt unberührt |
|---|---|---|
| Maschinelle Übersetzung | Übersetzung | Layout, Freigabe, Bestandspflege |
| CAT-Werkzeug mit Translation Memory | Übersetzung, Wiederverwendung | Layout, Freigabe |
| Redaktionssystem | Wiederverwendung auf der Quellseite | Layout der Zielsprachen |
| Übersetzung im Layout | Layout, Freigabe, Wiederverwendung | Die fachliche Prüfung selbst |
In der letzten Zeile steht der Ansatz, den wir verfolgen, und er hat eine klare Grenze: Ob ein Warnhinweis fachlich richtig formuliert ist, entscheidet weiterhin eine Person mit Produktkenntnis. Das lässt sich nicht automatisieren, und es sollte auch nicht automatisiert werden.
InTO ist unsere Plattform für die Übersetzung von Dokumenten im Layout. InDesign-Dateien einschließlich Paketen mit verknüpften Medien werden hochgeladen und bleiben dort.
Übersetzung, Lektorat und Layoutprüfung finden in der dargestellten Seite statt. Neben InDesign werden Word, PowerPoint und Excel unterstützt. Drei Dinge ändern sich am Ablauf:
Bei unserem Referenzkunden Hörmann KG, der Dokumentation in über 30 Sprachen pflegt, sah das Ergebnis so aus:
Die Verteilung unten zeigt, wie sich die Posten in einem solchen Projekt zueinander verhalten. Die ersten beiden Zahlen oben stammen aus einem Portfolio, bei dem die DTP-Arbeiten zuvor vollständig extern vergeben waren, die dritte ist konservativ gerechnet. Die Details stehen in der Fallstudie Hörmann.

Anteile aus einem Projekt, in dem maschinelle Vorübersetzung bereits im Einsatz war.
In 30 Minuten gehen wir Ihren heutigen Ablauf durch: Formate, Sprachzahl, Aktualisierungsrhythmus und die Stellen, an denen Freigaben Zeit kosten.
Sie erhalten anschließend eine schriftliche Auswertung mit einer Kostenschätzung, die auch die internen Aufwände enthält.
30 Minuten Prozessanalyse vereinbarenDer Wortpreis ist der kleinere Teil der Antwort. Für eine belastbare Zahl brauchen Sie zusätzlich die Seitenzahl, die Zahl der Sprachfassungen, den Aktualisierungsrhythmus und die Frage, wer die Layoutnacharbeit übernimmt. Ohne diese vier Angaben ist jede Zahl eine Hausnummer.
Beim Wortpreis in der Regel ja. Ob das Projekt insgesamt günstiger wird, hängt davon ab, wie groß der Übersetzungsposten im Verhältnis zu Layout und Freigabe ist. Bei layoutintensiven Dokumenten ist er häufig der kleinere.
Für den Rohentwurf ja, für die Freigabe nein. Bei sicherheitsrelevanten Inhalten braucht es eine fachliche Prüfung durch eine Person mit Produktkenntnis. Die ISO-Norm 18587 beschreibt, wie diese Nachbearbeitung strukturiert wird.
Indem Sie sie nicht als vierzehn getrennte Dateien führen. Sobald jede Sprache eine eigene Datei ist, existiert kein gemeinsamer Änderungsstand mehr, und jede Aktualisierung beginnt von vorn.
Jae Hyun Kim
Director Sales & Marketing bei lisocon. Begleitet Industriekunden bei mehrsprachigen Dokumentationsprozessen, von der Formatfrage bis zur Freigabe in über 30 Sprachen.
Quellen